Schulden Deutschland

Verschuldung Deutschland

Im vierten Jahr in Folge hat der Bund keine neuen Schulden übernommen. Wie hoch die aktuelle Schuldenlast Deutschlands ist, sehen Sie hier "live". Sprechen wir von echten Risiken für Deutschland? Jeder, der nur die Schulden Deutschlands in Summe sieht, versteht nicht sofort, wo die Probleme liegen.

Aktueller öffentlicher Schuldenstand in Deutschland mit Schuldenuhr

Öffentliche Verschuldung in Deutschland: Wie ist die Situation, wie hat sie sich verändert? Welche Bedeutung hat die öffentliche Verschuldung und wie kommt sie zustande? Ende 2017 betrug die Gesamtverschuldung Deutschlands fast 2 Trillionen EUR. Genauer gesagt: 1.965.438.000 Euro(1) zum 31.12.2017. Bei einer unterstellten Bevölkerungszahl von 83 Mio. Einwohnern ergeben sich zu diesem Zeitpunkt Schulden pro Kopf in Deutschland von weit über EUR 24.000.

Im Jahr 1990 betrug die Schuldenlast noch rund 540 Mrd. EUR und die Pro-Kopf-Verschuldung 8.500 EUR. Im Jahr 2012 lag der Höchststand bei EUR 2.068.289. Im dritten Jahr in Folge sinkt der Verschuldungsberg jedoch bereits und ist 2017 erstmals unter die 2-Billionen-Marke gefallen.

Etwas weniger als 2 Trillionen EUR oder fast 2000 Mrd. EUR sind eine unveränderliche Größe. In der folgenden Tabelle ist die Pro-Kopf-Verschuldung nach Ländern und Gemeinden/Kommunen im Jahr 2017 dargestellt. Die Werte des Bundesamts für Statistik (Destatis) per 31.12.2017 werden sich nicht signifikant ändern.

Sachsen hat die niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung: Öffentliche Schulden sind die Gesamtheit aller Verpflichtungen eines Landes gegenüber Dritten. Der Gesamtschuldenstand der Staatshaushalte besteht aus den Schulden des Bundes, der Bundesländer, der Kommunen/Gemeinschaftsverbände und der sozialen Sicherheit einschließlich aller Nebenhaushalte. In Deutschland wird die Berechnung der Staatsschulden jährlich von der Deutschen Bundesbank durchgeführt und vom Bundesamt für Statistik im Statistical Yearbook veröffentlicht.

Zusätzlich wird die gegenwärtige Verschuldung auch in so genannten Schulduhren dargestellt. So werden beispielsweise die Sozialversicherungen erst seit 2010 und die Schulden der Beteiligungsgesellschaften des öffentlichen Dienstes erst seit 2015 berücksichtigt. Der größte Teil der Staatsschulden in Deutschland geht auf den Staat zurück, es folgen die Länder, die Kommunen und die Sozialversicherungen.

Absolut gesehen hat Nordrhein-Westfalen die meisten und Sachsens die wenigsten Schulden. Die Schulden des Staates, der Bundesländer, der Kommunen und der Sozialversicherung einschließlich aller Nebenbudgets wurden im Jahr 2017 wie folgt verteilt: 1: Im Jahr 2002 unterschritt die öffentliche Verschuldung Deutschlands die 60 %-Grenze des BSP. Gleichwohl ist auch die Schuldenquote des deutschen Staates seit einigen Jahren gesunken.

Es wird davon ausgegangen, dass Deutschland die erlaubte Quotenhöhe im Jahr 2020 wieder einhalten kann. Inwiefern ist die Staatsschuld überhaupt wirksam? Benötigt ein Land zusätzliches Kapital, weil normale Haushaltsressourcen wie Steuergelder nicht ausreichend sind, dann kann dieser Land von Dritten ausleihen. Also ist der Zustand in Schulden. Obligationen sind von einem Land ausgegebene Obligationen.

Es schüttet Gelder in die Staatskasse. So wie es bei einem Darlehen der Fall ist, muss der Zustand einen Betrag für das geborgte Kapital an den Kreditgeber abführen. Am Ende der Vertragslaufzeit ist der Bund zur Rückzahlung des Geldes einschließlich dieser Zinszahlungen verpflichteter. Je geringer die Kreditwürdigkeit, d.h. die Solvenz des jeweiligen Landes, desto mehr Zins.

Das Fremdkapital des Bundes wird überwiegend durch Bundesobligationen, Kommunalobligationen oder Bundesschatzanweisungen gedeckt. Von wem wird die Staatsschuld Deutschlands getragen? Das macht Sie zum Kreditgeber des Bundes und finanzieren quasi die Staatsschulden. Natürlich haben Sie als Kreditgeber ein Recht darauf, das investierte Kapital einschließlich Zins am Ende der Frist zurückzuerhalten, damit der Zustand nicht insolvent wird.

Was schuldet Deutschland? Wer eine Bundesobligation oder einen Bundesschatzwechsel hält, ist ein Kreditgeber des Bundes, weil er ihm ein Darlehen gibt. Deutschland hat einen großen Teil seiner Schulden bei Kreditinstituten. Welche Argumente sprechen für die Staatsschulden, was sind sie dagegen? Fürsprecher behaupten, dass Schulden dem realen Wert entsprechen. Die Errichtung von neuen Strassen, Schulgebäuden oder Krankenhäusern ist eine Zukunftsinvestition und würde zukünftige Generation noch mehr bereichern.

Opponenten einer überhöhten öffentlichen Schuldenlast betrachten zukünftige Generationen als inakzeptabel, einschließlich des Risikos einer vollständigen Insolvenz des Staats mit all seinen Folgen für die Renten- und Gesellschaftssysteme. Der explizit publizierte Verschuldungsgrad bezeichnet den tatsächlichen Verschuldungsgrad. Mit der impliziten Schuld, auch versteckte öffentliche Schulden bezeichnet, werden zukünftige Zahlungspflichten des Bundes belastet.

Allerdings sind die langfristigen Prognosen einer ausdrücklichen Schuld auf der Basis der aktuellen Schuldenproblematik schwierig, da sich oft Einflussfaktoren wie Zinskosten, Bevölkerungsstruktur oder die Struktur der sozialen Systeme ändern und nicht alle zukünftigen Trends absehbar sind. Angesichts der Währungspolitik der EZB befürchten einige Volkswirte, dass sich das Euro-System auch im Falle der Insolvenz oder des Rückzugs eines schwächeren EU-Landes zu einer Verschuldungsfalle für Deutschland ausweiten kann.

Die Schulden würden dann vergemeinschaftlicht, d.h. Deutschland als ökonomisch starker Gläubigerstaat innerhalb der EU würde am Rande stehen und damit weitere Schulden aufhäufen. Wichtigstes Mittel für Staatsschulden sind zum Beispiel in Deutschland die Staatsschuldverschreibungen. Die Kreditwürdigkeit des Emissionslandes ist daher für die Risikoeinschätzung beim Erwerb der Schuldverschreibungen mitentscheidend.

Von allen drei Ratingagenturen des gestaffelten Ratingsystems der Ausfallwahrscheinlichkeiten wird Deutschland mit dem besten Rating "AAA", üblicherweise "Triple A" genannt, bewertet. Die Ratingagenturen bewerten neben der Bonitätsbeurteilung auch die zukünftige Kreditwürdigkeit und differenzieren zwischen negativem, stabilem und positivem Aussichten. Die drei Ratingagenturen schätzen den Aussichten für Deutschland ab dem Jahr 2016 als unverändert ein.

Unter dem Begriff Verschuldungsbremse versteht man eine Verordnung der Bundesregierung von 2009, die für die Bundesregierung und die Bundesländer bindende Zielvorgaben zum Abbau der Budgetdefizite ab 2011 festlegt. Ab 2020 dürfen die Staaten keine neuen Schulden mehr aufbringen. Ab 2011 trat die Verschuldungsbremse in Kraft, nachdem die Schuldenquote 2010 mit 81% ihren Höhepunkt hatte.

Für das Jahr 2020 geht der IWF davon aus, dass Deutschland wieder einen Anteil von weniger als 60% haben kann. Ebenso hat sich die Verschuldungsbremse bei der Schuldenentwicklung ohne Berücksichtigung des BSP durchgesetzt. Die jahrzehntelange, ungebrochene Zunahme der öffentlichen Schulden wurde erstmals im Jahr 2013 eingestellt. Die deutsche Schuldenlast ist in den vergangenen drei Jahren 2015, 2016 und 2017 stetig zurückgegangen.

Die Erfolge im Umgang mit der steigenden öffentlichen Verschuldung waren und sind in hohem Maße von einem äußerst tiefen Zinsniveau geprägt, in dem ab Mitte 2016 auch Bundesanleihen negativ verzinst werden.

Großkunden von deutschen Staatsanleihen sind nun nicht mehr private Anleger, sondern Versicherungen und Pensionskassen, die einen Teil ihres Vermögens in Staatsanleihen anlegen müssen. Staatsinsolvenz in Deutschland möglich? Wenn man den Rating-Agenturen Glauben schenkt, bleibt die Solvenz in Deutschland ausgezeichnet und das Risiko eines Staatsinsolvenzverfahrens ist vernachlässigbar gering.

Der Rückgang der Staatsverschuldung und die positive Wirkung der Verschuldungsbremse machen eine Insolvenz auf absehbare Zeit nicht wahrscheinlich. Schließlich werden die Schulden des Bundes nicht langfristig abgebaut, sondern nur die Schulden. Durch die negativen Zinssätze bringen die Schulden dem Land Gelder, statt es zu büßen.

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